Selbstoptimierung

Es gibt viele Wege sich zu optimieren. Durch den Fortschritt in der Elektronik wird es einfacher sich selbst zu vermessen und zugleich oft schwieriger mit anderen oder gar mit sich selbst mitzuhalten.

 

Allgemein bedeutet optimieren nichts anderes als den Versuch, etwas besser zu machen als es ist. In manchen Fällen gibt es ein Optimum, also ein Ziel, auf das man zusteuern kann und manchmal optimiert man mit offenem Ende.

Um den eigenen Körper zu optimieren kann man beispielsweise Sport treiben, je nachdem welches Ziel man hat. Vielleicht will man schneller als alle anderen werden. Dann führt kein Weg um ständige Verbesserung der eigenen Laufzeiten herum, da auch die anderen immer besser werden. Will man jedoch einfach mit seiner Gesundheit zufrieden sein, genügt es sein Optimum darin zu finden.

Optimierung kann allerdings auch bedeuten einen Zustand herzustellen, der einst bestanden hat oder der bei vielen anderen besteht. Wer von Geburt an oder durch einen Unfall gelähmt ist, hegt wahrscheinlich den Wunsch gehen zu können.

Es gibt aber noch andere Wünsche. Solche, bei denen man nicht darum herum kommt, selbst einen gesunden Körper, des schnellsten Läufers noch schneller machen zu wollen. Als Mensch ist es möglich sich über einen langen Zeitraum immer wieder zu verbessern, aber man strebt dabei einem noch unbekannten Maximum entgegen. Wer schneller sein will als es der menschliche Körper, durch die ihm gesetzten biologischen und physikalischen Grenzen zusteht, der braucht einen anderen Körper.


Will jemand – aus welchem Grund auch immer – sich über die Grenzen des natürlichen Körpers hinwegsetzen, genügt es vielleicht auch schon Teile des Körpers zu ersetzen. Vielleicht ist es bereits jetzt möglich synthetische Laufbeine herzustellen, mit denen ein Paralympics-Athlet schneller laufen kann als der schnellste Läufer ohne Handicap. Warum nicht die eigenen Beine durch Prothesen ersetzen? Ganz klar. Weil es einem Menschen nicht nur darauf ankommt wie schnell die eigenen Beine sind ... oder etwa doch?

Die Optimierung um die es in meiner Reihe "Die ewige Differenz" geht, greift all diese Bereiche auf und noch viele mehr. Human Enhancement, erkennt die Grenzen des menschlichen Körpers und versucht diese aufzubrechen, wo es uns wünschenswert erscheint.

Durch die Technologie von 3D-Druckern können bereits Organe aus den Zellen erkrankter Person gedruckt und diesen dann eingepflanzt werden. Es gibt bereits Prothesen, die über EKG oder Muskelspannung angesteuert werden. Gelähmte Mäuse wurden geheilt und eine Technologie namens CRISPR verspricht eine Maßanfertigung unseres genetischen Codes, wodurch präziser Einfluss darauf genommen wird, welche Tiere, Pflanzen, Bakterien und Menschen wir zukünftig erschaffen.

Auch wenn manche Technologien noch in den Kinderschuhen stecken, ist es wie immer nur eine Frage der Zeit bis wir uns mit den Wundern und Problemen dieser wissenschaftlichen Errungenschaften konfrontiert sehen werden.


Der Cyborg

Abgeleitet von cybernetic organism ist ein Cyborg, ein Organismus, der mit nicht-organischem Material verbunden wurde. Dieses kann Teile einer ursprünglichen Form des Organismus ersetzen und nimmt oft eine Funktion ein, die über ihren ästhetischen Wert hinausgeht.

Tattoos und Piercings könnten bereits dafür genügen, jemanden als Cyborg zu bezeichnen. Diese Formen der Körperveränderung haben aber oft eher einen kosmetischen Wert oder zeigen die Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten Gruppe. Auch kann ein eingesetzte Lippenteller als eine Art Verbesserung gelten, wo dieser als Ausdruck der Schönheit – wie beim Volk der Mursi – Verwendung findet.

Meistens zeichnen sich Cyborgs jedoch dadurch aus, dass sie mechanisch oder elektronisch gesteuerte Körperteile besitzen, die sich aus Metallen und Kunststoffen wie Silikon zusammensetzen. Somit dreht sich bei Cyborgs und ihren verschiedenen Arten viel darum, welche Prothesen sie tragen.


Wie so oft treibt der Wettkampf – im Krieg wie im Sport – die hierfür notwendigen Technologien stark voran. So stellt beispielsweise die deutsche Firma Ottobock Prothesen her, mit denen Veteranen Körperteile ersetzt bekommen und Sportler mit körperlichen Handicaps bei den Paralympics teilnehmen können.

Mit fortschreitender Entwicklung auf den Gebieten der Prothesentechnik, der Materialwissenschaften, der Neurologie, der Robotik sowie der künstlichen Intelligenz rücken auch die Möglichkeiten näher, immer mehr vom Körper ersetzen zu lassen. Sind die Prothesen irgendwann besser als die Körperteile, die sie ersetzen, dann stellt sich die Frage, warum nicht upgraden? Warum nicht die Grenzen der Biologie hinter sich lassen?

Um zu zeigen, dass eine Zukunft, in der wir verschlissene Körperteile einfach ersetzt lassen, nicht allzu weit entfernt ist, sammle ich im folgenden Abschnitt relevantes Videomaterial.


Videomaterial zum Human Enhancement

Das Drucken einer Niere

Prothesentechnik  – Boston Marathon Bombing

Gene editieren

Künstliche Intelligenz spielt GO